Sonntag
Heute hatten wir bereits um 7 Uhr Frühstück und Arbeit beginnt um 8 Uhr. Wir sollten den Kohl in Schachteln packen, damit er verkauft werden kann.
Bereits in der Früh hat es geschüttet wie nur was und im Fernsehen gab es immer wieder Wetterwarnungen wie "starker Regen". Aber das sollte uns nicht stören, da wir in der Scheune den Kohl sortiert haben. Meine Aufgabe war... Die Kartons zusammenbauen und mit Klebeband den Boden zupicken. Wow was für eine intelligente Arbeit. Aber wenn ich recht überlege dann ist das doch irgendwie die passende Arbeit für mich, da man da nicht viel denken muss und nichts falsch machen kann. Na gut können schon. Wie das Klebeband zu früh abreißen. Ist mir mindestens 5 mal passiert. So viel dazu. XD
Vivian musste die Schachteln auf den Wagen schlichten und Claire hatte die gleiche Aufgabe wie ich.
Sind die Kartons nicht lieb? :D Und falls ich es noch nicht erwähnt haben sollte: Mukawa (むかわ) ist der Ort, in dem ich wohne. Also extra dafür designte Kartons.
Als wir in Schachteln unter gegangen sind, hat uns der Vater vorgeschlagen, mal das Kohl reinstopfen zu üben. Als erstes muss man an der Schnittstelle testen, ob es bereits zu Faulen beginnt und wenn nicht, kann man den Kohl in den Karton packen. Es sollte so gepackt sein, dass die Teile fest drinnen sind und nicht wackeln können.
Ich war nicht sonderlich schnell und da die Schachteln weniger wurden bin ich wieder meiner ursprünglichen Arbeit nachgegangen. So gegen 11 waren wir fertig.
Nach dem Mittagessen bin ich mit Naomi zum Lager gefahren, um den Kohl zu liefern. Es war das Mukawa yasai (Gemüse) Gebäude, welche ich schon öfters beim Vorbeifahren gesehen habe. Dort angekommen konnte ich nicht helfen, sondern nur blöd schauen. Irgendwie war das peinlich. deswegen habe ich mir Mundschutz + Kappe aufgesetzt. So schau ich weniger Ausländisch aus. XD
Als wir zurück gekommen sind waren die Schwestern bereits dabei, den Kuhstall zu säubern. Ich habe mich ihnen gleich angeschlossen. Die Kälber haben beim Gehege Draußen neues Stroh bekommen und sie sind die ganze Zeit im Stroh herum gesprungen. So lieb. ^^
Da es noch zu früh für ihr Abendessen war, haben wir das erst einmal ausgelassen. Die Kälber haben schon richtig gebettelt. XD
Naomi hat den an der Schnittstelle leicht fauleden Kohl zerschnitten, um es den Kühen zum Fressen zu geben. Wir haben ihr dann dabei geholfen.
Die größeren Blätter vom Kohl haben die Mutterkühe bekommen. Irgendwie sind die auch lieb. :D
So nebenbei... sie haben keine ausgewachsenen Stiere. Dann habe ich nachgefragt und erfahren, dass es ca. 7000Yen kostet, eine Kuh künstlich befruchten zu lassen.
Es hat einfach nicht aufgehört zu schütten... Da wir nichts mehr zu tun hatten, mussten wir im Gewächshaus Unkraut jäten. Dabei haen wir eine Menge Regenwürmer und sogar einen Springfrosch entdeckt.
Irgendwann hat es uns allen gereicht und wir haben aufgehört. Lästiger Regen...
Wir hatten schon großen Hunger, doch im Wohnzimmer (gleichzeitig Esszimmer) sah es nicht mal annähernd nach Abendessen aus. Aber Satoru wusste uns zu unterhalten. Mit seinem ferngesteuerten Auto. Er hat einen 2. Tisch geholt und somit viel Platz fürs Auto geschaffen. Dann musste ich Flaschen, Spielzeug und Ähnliches mit dem Auto vom Tisch Stoßen, ohne dass das Auto runter fällt. Wir ist es gelungen, ohne die Hindernisse Gläser mit Saucen auch nur zu berühren. Satoru war begeistert.
Also beim Essen hat sich Hiro besonders aufgeführt. Nichts hat ihm gepasst. Und er hat sich beschwert, dass in den letzten Tagen in den okazu (Beilagen zum Reis) immer Tomaten drinnen sind. Und Hiro hasst Tomaten. Wer das noch nicht mitbekommen hat, der hat echt Tomaten auf den Augen. (haha, blöder Witz von meiner Seite ^^) Dann hat er ein weich gekochtes Ei machen wollen. Das ist ihm ordentlich misslungen und somit hatte er ein rohes Ei. Das hat er in eine Sojasauce speziell fürs Ei geschüttet. Somit hatte er eine tolle "Suppe". Als er diese Flüssigkeit runter geschluckt hat, ging das Jammern weiter. Dann schnappt er sich eine Packung tiefgekühlten Käse und macht sich das warm. Diese "Käseklumpen" sind dann auf seinen Spaghetti gelandet, die er dann endlich (!) gegessen hat. Während diesem ganzen Prozess hat er sich dauernd über alles beschwert und war echt laut.
Es tut mir Leid, dass ich das jetzt so genau schildern musste. Aber ich musste einfach nur lachen, wie sich dieser 14-Jährige wie ein kleines Kind, sogar schlimmer als Satoru, aufgeführt hat.
Aber Satoru war auch nicht besser. Nach dem Essen musste er duschen und davor hat er sich fast komplett ausgezogen und mal wieder seinen "tollen" Körper her gezeigt. Nachdem sein Körper allein nicht mehr ausgereicht hat, hat er Liegestütze und andere Sachen vollbracht, damit die Aufmerksamkeit komplett bei ihm bleibt.









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