Tuesday, 19 June 2012

Abschied von Tokyo

Die letzten 2 Wochen in Tokyo waren toll, aber gleichzeitig war ich auch immer traurig, weil ich wusste, dass es bald Zeit wird, zurück nach Wien zu kommen.
Jaa, ich dramatisiere das ganze. Aber die Zeit in Tokyo war so toll, dass es für mich sehr schwer war zu akzeptieren, dass ich wieder zurück nach Wien musste.

Ich hätte gerne noch gewisse Leute aus meiner Klasse besser kennen gelernt. Außerdem wollte ich noch mehr japanische Freundschaften schließen.
Ganz davon zu schweigen, dass ich nur so wenig von Tokyo gesehen habe. Jeder normale Tourist hat wohl von der Stadt mehr gesehen als ich. Aber nicht jeder kann behaupten auf bestimmte Zeit dort gewohnt zu haben.

Mir fehlt so viel von Tokyo... vor Allem die Conbinis! Und das gute und günstige Mittagessen. Ständig Japaner um mich herum haben, ständig mit japanisch konfrontiert werden. bla ~



Aber nun zu was Interessanterem (hoff ich mal): der Abschied.

In der Schule haben wir alle (es sind zu der Zeit sehr viele gegangen) eine Auszeichnung bekommen. Ich hab mich von den Lehrern verabschiedet. Danach bin ich mit einigen aus meiner Klasse zum Conbini gegangen, mir etwas zu Essen zu kaufen, um es dann im 8. Stock des Gebäudes, wo unsere Schule auch drinnen ist, zu Essen. Im Geschäft hat es dann auch mal wieder ein Lied gespielt, was ich kenne. Aber es war vor allem ein fröhliches Lied. In Kombination damit, das ich einfach nicht wusste,was ich kaufen soll, bin ich etwas verrückt/hyperaktiv geworden. Die Japaner haben mich etwas  blöd angeschaut. XD *hust*
Sehr wichtiges Foto! XD
Wir sind echt lange dort im 8. Stock geblieben, haben gegessen, geredet und uns echt amüsiert. Ein Putzmann (?) ist rein gekommen und hat sich darüber gefreut, dass wir in so guter Stimmung waren. Als wir dann gegangen sind hat er uns ein bisschen was gefragt, wo wir herkommen und so, ~



Ich übertreibe es gerne mit den Smilies ^^



Daraufhin bin ich mit einer Freundin zu ihr ins Guesthouse mitgekommen. Boah, sind die Zimmer klein! oO Und auch echt verdammt teuer... Aber wenigstens hab ich sowas jetzt auch gesehen :D
Dann sind wir nach Shibuya gefahren, um die aus unserer Klasse wieder zu treffen. Nach Purikura haben wir uns noch mit anderen Sachen im Gamecenter beschäftigt.
Ich bin dann recht früh gegangen, da meine Gastmutter ja mit dem Abendessen auf mich gewartet hat. (diese "Abschiedsparty" hab ich ja auch nur spontan zugesagt)




Der Abschied von der Gastfamilie... die waren so lieb! >< Sie haben mich dann auch um 5 in der Früh mit dem Auto zum Busbahnhof in Chofu gebracht.
Sie haben mir so viele Geschenke mit gegeben oO



Aber jetzt muss noch die Geschichte vom Sonntag her - nämlich wie ich versucht habe meinen Pasmo (elektronische "Schulweg-Monatskarte") loszuwerden. Das war was! XD

Ich dachte Anfangs ich könnte einfach die Karte bei dem nächsten Automaten abgeben, also der am Bahnhof in meiner Nähe. Aber irgendwie stand da nirgends was von wegen "zurückgeben". Okay, also musste ich wen vom Bahnhof fragen... Das wäre ja an und für sich kein Problem gewesen (wenn man daran denkt, wie viele ekiin-sans ich schon nach den blödesten Sachen gefragt hab *hust*)... Nur hab ich da gerade niemanden in diesem "ekiin-Raum" gesehen. Die verstecken sich ja immer in der Ecke hinten, wo man sie wegen einer Pseudo-Wand nicht sieht. Okay, nach 10 Minuten dastehen und überlegen, wie ich das am besten sagen kann, hab ich endlich meinen Mut zusammen genommen und schrei mal laut "sumimasen!". Sofort kommen auch gleich 2, ein etwas älterer und ein sehr junger.
Ähm... ja, dieser junge ekiin-san scheint genau der gleiche wie beim Kauf der Karte zu sein, also der, der angeblich den gleichen Geburtstag wie ich hat. Überrascht davon, dass gerade der auch heute hier ist, hab ich die Sätze wohl nicht ganz genau so wie geplant raus gebracht. Dies war aber kein Problem, da er genau verstanden hat, was ich wollte und fragt mich nach meinem Pasmo. Er scannt ihn gleich bei so einer Maschine und überlegt kurz.
Daraufhin fängt er an auf mich einzureden. Aber verstanden hab ich eigentlich NICHTS. Der hat geredet wie ein Roboter und auch total schnell. Während er geredet hat, hab ich an seiner Uniform ein Namensschild entdeckt. Doch bevor ich das 2. Kanji seines Namens lesen konnte, dachte ich mir "eigentlich sollte ich ihm zuhören und nicht versuchen seinen Namen zu lesen". Was er zum Schluss gesagt hat, konnte ich aber verstehen. Er meinte, ich soll mir doch beim Conbini was mit der Karte kaufen, da es doch schade ums Guthaben wär. Ich habe gleich nachgefragt, ob ich das eh richtig verstanden hab und bin auch schon zum Conbini gegangen.

Im Conbini hab ich mir dann laaaange überlegt, was ich mir kaufen soll. So groß ist das Geschäft nicht und so habe ich schnell jeden Artikel gesehen, aber trotzdem bin ich noch eine Weile hin und her gegangen. Nachdem ich dann fertig berechnet habe, was ich mir kaufen soll, gings dann zu Kasse. OMG! Das erste Mal, dass ich mit so einer Karte bei einem Conbini bezahlt habe! Und am Tag davor hab ich mir mit dem Guthaben auf der Karte ein Getränk bei einem Automaten gekauft. Was für tolle Erlebnisse!!! Naja, Spaß beiseite. Der Spaß besteht jetzt gleich darin, die Karte erfolgreich zurück zu geben. Ich hab schon gemerkt, wie ich langsamer geworden bin, da mir das etwas unangenehm war. Verwundert hat es mich schon. Wenn man die Karte zurück gibt, kriegt man einen Betrag von ca. 500Yen und müsste es da nicht eigentlich möglich sein, das Aufgeladene Guthaben auch zurück zu bekommen? oO
Wieder beim Bahnhof angekommen, sehe ich, dass der junge irgendwas an einem Gerät macht. Dann rufe ich gleich wieder nach Aufmerksamkeit, nur diesmal eben etwas leiser, da das Objekt sich ja diesmal etwas näher und vor allem in Sichtweite befindet. Da er grad sehr beschäftigt war, hat er gemeint ich solle doch bitte kurz warten. Darauf eingestellt, dass ich jetzt kurz warten muss, bin ich total erschrocken, als plötzlich der ältere ekiin vor mir auftaucht. Als er gefragt hat, was ich will, hab ich ihm einfach nur meinen Pasmo hingehalten und ihm in einem einfachen, kurzen Satz erklärt, dass ich ihn zurück geben will.
Wie der andere auch, hat er die Karte gescannt und auf diese tolle Information auf dem Gerät nachgeschaut. Verdutzt hat er mich angeschaut, da die Karte noch ein paar Tage gültig war. Nachdem ich ihm ein paar mal versichert habe, dass ich sie nicht mehr brauche, hat er dann weiter überlegt. Danach ist er zu einem Gerät weiter hinten gegangen und hat dort sein Glück versucht. Als er daran gescheitert ist, ist er wieder zum Gerät nach vorne gegangen. Nun ist er wieder da gestanden und hat nur überlegt. Nicht gerade sehr begeistert, ist auf einmal der junge wieder gekommen und sie haben gemeinsam überlegt. Ok, nun hab ich es wirklich komplett geschafft, sie bei der Arbeit zu stören. (falls sie gerade was zu tun hatten)
Auf einmal sagt der junge "chotto matte kudasai" (bitte warten Sie kurz) und kommt aus dem Raum raus, um zu den Automaten auf der Straße zu gehen. Das hat mich jetzt echt an den Tag erinnert, als er uns geholfen hat, die Karte zu kaufen. Diesmal musste er halt genau diese Karte wieder entsorgen. Das hat allerdings auch nicht geklappt. Dann hat er mir gesagt ich soll die Karte bei größeren Bahnhöfen abgeben. Ich hab überlegt. Stille. Dann hat er mir die Karte zurück gegeben und ist zurück geeilt, als hätte ich ihn gerade bei etwas aufgehalten, das er noch DRINGEND erledigen muss.
Ich hatte ja nicht mal Zeit mich für die Versuche, mir zu helfen, zu bedanken. Denken die jetzt, dass Ausländer unhöflich sind? XD

Wie auch immer, perplex, mit der Karte in der Hand, bin ich dort gestanden... Dann hab ich mir gedacht: "ach, was solls" und bin nach Hause gegangen, wo meine Gastmutter schon mit dem Abendessen auf mich gewartet hat.

Onii-san ist dann auch kurz noch vorbei gekommen. Ich war oben, in meinem Zimmer, und hab nicht viel mitbekommen. Lange ist er aber nicht geblieben, nämlich kurz darauf hat er sich von mir verabschiedet und ist gegangen. Auch wenn ich ihn nicht so wirklich gut kennen gelernt habe, schien er sehr sympathisch zu sein. Was ich am Tag meiner Abreise herausgefunden habe: Er Arbeitet ziemlich in der Nähe. Keine Ahnung wo er wohnt, aber da er so in der Nähe von seiner Familie arbeitet, ist es wohl kein Wunder, dass er sehr oft nach der Arbeit kurz vorbei gekommen ist.
Meine Gastschwester hat sich zu Mittag, als sie zur Arbeit gegangen ist, von mir verabschiedet. Da sie an dem Tag wohl bis sehr spät gearbeitet hat. Ich hab sie eigentlich noch weniger kennen gelernt als ihren Bruder, aber trotzdem. Auch wenn sie von ihrer Art nicht unbedingt japanisch wirkt, sehr nett scheint sie trotzdem zu sein.


Blick aus meinem Fenster am Samstag Nachmittag



Am Montag in der Früh hat alles soweit geklappt. Am Flughafen hab ich dann den letzten "Müll", den ich nicht nach Wien mitnehmen wollte, entsorgt und sonst verlief auch alles gut. Eigentlich wollte ich wissen, wie schwer meine Koffer wirklich sind (ich hab sie die Tage davor 1000 Mal abgewogen, aber man kann ja nie sicher genug sein ;)). Anders als beim Wiener Flughafen, konnte ich sie hier nirgends abwiegen (ja, ich hab da auch wider wen mit meinem "tollen" Japanisch gefragt. Diesmal ist mir der Satz aber sehr gut gelungen, ich war richtig stolz auf mich XD).
Dann bin ich auf gut Glück zum Koffer Abgeben gegangen. Bei der Abgabe hab ich nach dem ersten Koffer skeptisch auf die Gewichtsanzeige geschaut, beim 2. noch skeptischer. Plötzlich sagt die Frau zu mir "daijoubu!". Nicht ganz sicher, ob ich das ganz richtig verstanden habe, frage ich noch einmal nach, ob das Gewicht in Ordnung ist. Mit einem sehr freundlichen Lächeln, versichert sie mir, dass alles in Ordnung ist. Ach, wie ich dieses Lächeln vermissen werde... (das hab ich mir auch am Tag davor im Book OFF gedacht, wo ich mir noch die letzten Manga gekauft habe und der Verkäufer SO freundlich war, dass ich danach ganz happy war.) Wie auch immer, danach hat sie auf beide Koffer einen rosa Zettel mit "heavy" befestigt. Wie ich dann später herausgefunden hab, hatte der eine 21, der andere 22 Kilo (23 sind erlaubt). Noch mal Glück gehabt...

Im Flugzeug hab ich dann heulen müssen. Neben mir saß eine Japanerin mit ihrer Mutter. Geredet hab ich mit denen nicht. In Wien wurde ich dann von Family & co. abgeholt und hatte dann einiges zu erzählen....


Und jetzt fang ich dann auch schon für die nächste Reise nach Japan zu sparen an. ~

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