Saturday, 13 April 2013

Wie ich Japanisch lerne ① Kanji

Natürlich will ich dazu sagen, dass es MEINE Methode ist und deswegen nicht für jeden geeignet. Aber vielleicht fühlt sich der ein oder andere inspiriert und nimmt sich ein paar Ideen raus und kreiert bzw ergänzt seine eigene Methode. ;) So mache ich es ja auch immer. XD
Außerdem will ich sagen, dass ich es nicht immer so durchziehe... Manchmal habe ich ziemlich lange Pausen dazwischen. Einmal war es glaube ich über ein Monat. Aber ich versuche mich so ungefähr daran zu halten, und oft klappt es auch.

Leider (?) verwende ich sehr viele Bücher und so. Also schon eher kostspielig. Aber ich konnte mit Büchern immer schon am besten lernen, da man ja ein klares Ziel hat, nämlich es fertig zu kriegen. Immer wenn ich mir selbst etwas zum Lernen raus suche, dann endet es damit, dass wieder so viel Zeug habe, mit dem ich vielleicht nicht so viel anfangen kann und es dann eh wieder vergesse. Kanji, die ich aus Songtexten entnehme sind das beste Beispiel... Vielleicht mag hier die Motivation zum Lernen größer sein... aber in den meisten Büchern ist das nun mal besser strukturiert. Ich bleibe einfach der Meinung, dass Songtexte und so fürs passive Lernen bzw. Üben sind. Also nochmal: ich finde es wichtig, mir Songtexte anzuschauen und sie (teilweise) zu übersetzen. Aber die, die den Text geschrieben haben, werden wohl kaum daran gedacht haben, dass jemand wie ich den JLPT bestehen will. ^^'
Außerdem will ich die Kanji nicht nur passiv, sondern auch aktiv (mit der Hand schreiben) können. Ich finde es deprimierend, Kanji ganz genau zu erkennen, aber nicht schreiben zu können. ^^' Aber gut, jetzt mal der Reihe nach...



Fangen wir doch mal mit dem Schwersten an. XD Ich bin der Meinung, dass meine Methode ganz gut funktioniert. Nur leider brauch ich hier sehr viel Disziplin... und das nötige Kleingeld. ^^'
Material: Kanji Master (N4) von der Arc Academy, eine Sprachschule in Tokyo (aber nicht meine ^^). Dann ein Heft, was zum Üben missbraucht wird. Wichtig sind diese Karos, da sie ideal zum Üben sind. Und natürlich: Word Cards. Ich liebe sie! Und sie sind in der Tat sehr praktisch.


Ich habe das Kanji Master N4 wirklich sehr gern. Die Kanji sind in Gruppen eingeteilt, die man dann Stück für Stück lernt. Jede Gruppe fängt mit einem großen Bild, einem Spruch und den kommenden 7-8 Kanji. Dann geht alles sehr schnell. Auf jeder Seite werden 2 Kanji vorgestellt. Die wichtigsten Lesungen und die Strichfolge. Dann kommen schon Beispielsätze, bei denen man die Lesung der jeweiligen Kanji dazu schreiben muss. Und zuletzt 7-8 Wörter in Hiragana, wo man die passenden Kanji dazu schreiben muss. Das wars? Ja. Na gut, fast... Also ich finde es toll, dass es hier 0 Übersetzungen und Erklärungen gibt. Weil das regt mich dazu an, selber nach zuschauen und die Übersetzung in meiner Sprache (und nicht Englisch + Koreanisch + Chinesisch) zu schreiben.


Zum Übersetzen verwende ich fast ausschließlich das Online-Wörterbuch Tangorin. Es ist zwar auf Englisch, aber ich finde es vor allem für Kanji genial. (für die deutsche Übersetzung habe ich ja Rikaichan ^^) Was toll an Tangorin ist, dass man auch Romaji eingeben kann (was z.B. bei Wadoku nicht geht). Wenn man auf "codecs and indices" klickt, kann man das Kanji in (fast?) jedem Buch wieder finden. Auch das "Kanji & Kana by Spahn and Hadamitzky" (von Langenscheidt) ist dabei. ^.^

tangorin.com

Nachdem ich dann die Seite im Buch mit Übersetzungen und weiteren interessanten Wörtern voll geschmiert habe (erst dann fühle ich mich richtig wohl :P), geht es zum nächsten Schritt - den Word Cards.


Ich suche mir von jedem Kanji ein interessantes Wort raus, meistens eines, bei dem ich die On-Lesung nicht kenne. Manchmal können es bis zu 3 Wörter werden... aber ich versuche bei einem zu bleiben. Dieses schreibe ich dann in Hiragana auf die Vorderseite der Karte - auf die Rückseite kommt (wie sollte es anders sein) das Wort in Kanji. Sollte das Wort aus aus einem weiteren Kanji bestehen, welches für mich noch zu schwer ist, schreibe ich das Wort halb Kanji halb Hiragana.


Jetzt geht es dann hauptsächlich ums Wiederholen und Schreiben... Mir ist das Schreiben sehr wichtig und es hilft mir auch sehr beim Lernen. Sollte ich unterwegs sein oder so, verwende ich meinen Finger und tu so, als würde ich schreiben.
Ich habe die Karten in mehrere Kategorien gesteckt. Deswegen finde ich die Wordcards von "Kyokuto" toll. Die haben so eine Plastik Teil dabei, was man als Lesezeichen verwenden kann. Je nachdem wie gut (oder auch nicht) ich das Kanji kann, wird es eingeteilt. Wer es noch nicht weiß: Die Ringe kann man aufmachen. XD
• Kanji, die ich noch gar nicht kann.  (grünes Plastik Teil) Die sollte ich mindestens ein Mal am Tag üben und auch mehrmals schreiben.
• Die ich schon kann, aber entweder kleine Fehler mache oder mir noch unsicher bin. (Orange) Die werden ein Mal am Tag wiederholt.
• Kanji, die ich schon (irgendwie) kann. Die wiederhole ich in etwa ein Mal die Woche
• Kanji, die ich wirklich kann. Die kommen auf einen anderen Stapel (bzw. Ring). Die wiederhole ich... Einmal alle heiligen Zeiten. XD Optimal wäre es natürlich die in etwa einmal im Monat zu wiederholen... Aber ja. XD Aber wenn ich mich mal dazu aufgerafft habe, sie zu wiederholen, dann mache ich es meistens umgekehrt. Ich sehe die Kanji und versuche sie zu lesen...

japanische Hefte ^^

Aber damit ist es noch nicht zu Ende! XD Wieder zurück zu meinem geliebten Buch, wo man nach den 7-8 Kanji immer eine "fukushuu" Seite hat, also eine Wiederholung. Hier hat man insgesamt 20 Sätze. Bei 10 von denen muss man vom gesuchten Wort die Lesung angeben, bei den restlichen muss man die Kanji schreiben.
Ein Kapitel umfasst immer 3 Gruppen. Nach Ende jedes Kapitels kommt der "Achievement Test" und das Quiz. Ich habe die wirklich sehr gern, da bis zu 24 gelernte Kanji vorkommen können und sie auch nicht allzu schwer sind. Außerdem gibt es in der Mitte und am Ende des Buches einen "matome" (Zusammenfassung) Test. Allerdings hätten die ihn eventuell etwas länger machen können. Wer will, kann sich vorne im Register seine Punktezahl für die einzelnen Tests eintragen. Aber irgendwie habe ich das nie gemacht. XD Hätte mich aber interessiert. ^^'


 Ich habe auch noch den N3 Band, der allerdings nicht so einladend wirkt. Es ist alles ziemlich gequetscht und Platz für meine Notizen habe ich leider auch nicht. :/ Und es fehlt die Seite am Beginn einer neuen Gruppe! Das ist fies... Auch wenn die nicht viel gebracht hat, ich mag sie beim N4 Band... Und mir fällt erst jetzt (!) auf, dass im N3 Band die Strichfolge nicht mehr angegeben ist. oO Na gut, mittlerweile müsste man die Großteils kennen und im Internet findet man sie sowieso überall... und dafür ist noch die Strichzahl angegeben. Aber die haben echt überall Platz gespart. Aber egal, ich werde es überleben. XD




Ansonsten habe ich in Tokyo ein weiters Buch gekauft: Basic Kanji Book - Band 2. Es wirkt eigentlich wie das optimale Kanji Buch, immerhin hat es viele Zeichnungen und Erklärungen und viele nützliche Informationen. Was mich davon abgehalten hat, es zu benützen: die Kanji. Also diese Bücher gehören eigentlich zu einem Lehrbuch und die scheinen ihren eigenen Lehrplan zu haben. Im Endeffekt haben mir so viele Kanji vom ersten Band gefehlt, dass der 2. nicht gerade motivierend war. Aber die Hälfte vom 1. war zu leicht... Der 2. hat übrigens ein Niveau so zwischen N4 und N3 glaube ich... Aber für N3 reicht er nicht... weil dafür bracht man ja in etwa 650. Warum ich mir nicht gleich das Kanji Master gekauft habe? Nunja... Ich habe im März 2012 nach einem Kanji Buch gesucht... und das ist Erst im April erschienen! XD
Aber ich werde das Basic Kanji Buch zwischendurch durchmachen, vor allem wegen diesen ganzen Alltags-Infos, die drinnen sind. Also empfehlen kann ich es auf jeden Fall! Nur halt nicht alleine für N3 und ohne sich vorher die vorkommenden Kanji angeschaut zu haben. ^^







Das wars für den "Kanji-ins-Gehirn-stopfen-Teil". Jetzt gehts zum Lesen. ^^
Also hier habe ich sehr gerne Schulbücher für Volksschüler. Also solche mit lauter Kurzgeschichten. Je nachdem, wie viele Kanji man kann, sollte man sich die jeweilige Klasse nehmen.  Die sogenannten Kyouiku-Kanji sind die Kanji, die Volksschüler lernen. Pro Jahr sind das zwischen 160 und 200 Kanji (außer 1. Klasse mit nur 80), für 6 Jahre. Insgesamt sind es 1006. Gerade richtig für JLPT N2. XD Hier gibt es die Kanji im Druckformat für A4-Seiten. (Unter "Kanji Charts). Find ich ziemlich interessant, was die Knirpse in welchem Jahr lernen. ^^
Wie auch immer... Beim Takagi in Düsseldorf habe ich mir 2 so Bücher gekauft, eins für die 3. und eins für die 4. Klasse. Wobei das für die 4. vom Kanji Niveau her noch viel zu schwer für mich ist. ^^' Aber ja, bis Ende des Jahres muss ich es ja sowieso für den JLPT N3 können. XD Die Bücher sind nicht schlecht. Ich habe zwar nur ein paar Geschichten gelesen, aber ja. Nur die Geschichten, die nur in Kana geschrieben sind, mag ich nicht... Leider sind die hier sehr teuer... So 12€ pro Stück glaub ich. ><
Außerdem hat mir eine Freundin aus dem OCS in Frankfurt ein weiteres Buch mitgebracht. Kurz gesagt: es ist eine Liebesgeschichte. XD Für welches Alter das ist, weiß ich nicht... aber vielleicht so 5. Klasse? Zumindest sind noch sehr viele Furigana...


Dann natürlich japanische Magazine... Ich schau sie mir wirklich gerne an und so... aber zum Lesen finde ich sie nicht sooo interessant. Also die Rede ist jetzt von diesen Standard Idol-Magazinen. Ich kaufe ja immer die, die gerade bei yesasia in Aktion sind. So jammere ich wenigstens nicht, dass ich zu viel dafür ausgegeben habe. XD Ich bin im Moment auf der Suche nach Magazinen, die mich wirklich interessieren... Aber ich weiß nicht was ich will. ^^' Zumindest was übers Gärtnern habe ich glaube ich mal gesehen. XD


Und wie könnte es anders sein: Manga! Sie sind die wohl motivierendste Art, Lesen zu üben. Falls man was nicht versteht hat man eh das Bild und allzu kompliziert sind sie auch nicht geschrieben. Die meisten haben auch Furigana. Der einzige Nachteil daran: man ist zu verwöhnt von Furigana und wenn es mal keine gibt, hat man ein Problem. XD Ich lese aktuell auch I.S. [MDL Link], was keine hat. Ich finde es ehrlich gesagt gar nicht so schwer. Außer natürlich, wenn die Ärzte anfangen zu reden. ^^ Wenn ich dann mal fertig bin (also frühestens in einem halben Jahr XD), werde ich auch ein Review dazu schreiben...
Ansonsten lese ich hauptsächlich Manga, von denen ich das Dorama gesehen habe. XD Und natürlich Shojo Manga... Weil die sind einfach zu lesen. ^^






Und was wäre Kanji Lernen, ohne ganze Sätze zu schreiben? Also ich habe mir auf yesasia ein Notizbuch bestellt und ich finde es toll. :D Na gut, abgesehen von den goldenen Rändern der Seiten... Aber zumindest an den Ecken geht das eh mit der Zeit runter. XD Es hat ungefähr die Größe von einem Manga, nur ist es wesentlich fester. Allerdings hoffe ich, dass es überlebt, bis ich es voll habe. Es ist mehr so ein ... "offenes" Tagebuch? Also ich schreibe von Sachen aus meinem Leben, aber halt nicht allzu persönlich, eben so, dass ich es (fast) jedem zeigen kann.



Und jetzt noch ein paar Sachen zu Kanji...

Kyouiku-Kanji: Wie oben schon erwähnt, lernen sie Japaner in der Volksschule. Es gibt genaue Angaben, welche kanji in welchen Jahr gelernt werden müssen. Ins gesamt sind es 1006.

Jouyou-Kanji: Das sind die (bis 2010) 1945 Kanji, die auch im Kanji und Kana Buch von Langenscheidt sind. Mittlerweile wurden die aber auf 2136 erweitert, 5 wurden entfernt. In Japan werden sie in der Mittel- und Oberschule gelernt und an die halten sich auch die Medien und so. Für unübliche Lesungen und welche, die nicht in der Liste sind, werden natürlich Furigana verwendet.

Jinmeiyou-Kanji: Das sind die sogenannten Namens-Kanji. Die können in Namen von Menschen und Orten vorkommen. Aktuell sind es 861 (mit Jouyou zusammen 2930) Zeichen. Was ich lustig finde: (Arashi) ist seit 2010 kein Jinmeiyou, sondern ein Jouyou-Kanji. oO Genau so wie (kame - Schildkröte - denkt an Dragon Ball) ... Jetzt habe ich kein bekanntes Beispiel für ein Jinmeiyou-Kanji mehr. ;_; Das Leben ist unfair. XD

Für JLPT: Es ist frustrierend, dass es keine offizielle Liste gibt... Deswegen empfiehlt sich, viele Kanji "schon ein mal gesehen zu haben". Nein, ehrlich... Beim N4 kam (mado - Fenster), welches für N3 angegeben ist und die Japaner erst im 6. Schuljahr lernen... Ich hatte echt Glück, dass ich es mal zufällig beim Vokabular Lernen gesehen und mir da gedacht habe: "also das sieht nach allem anderen, nur nicht nach Fenster aus."
Dennoch wirkt die Liste, die es auch auf Tangorin gibt, recht gut. Die ist von irgendeiner Online-Datenbank glaube ich... Aber habe vergessen welche. Die von Tangorin haben es mir mal gesagt, als ich mich "beschwert" habe, dass die noch immer die Daten vom alten JLPT hatten. XD
Immerhin weiß man aber die ungefähre Anzahl, die man benötigt:
N5: 120 Kanji
N4: 320 Kanji
N3: 650 Kanji
N2: 1000 Kanji
N1: 2000 Kanji

 

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